Die Seel der Töne. (Aus der Samstagsausgabe der Süddeutschen Zeitung)


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Abgeschickt von Michael am 21 Mai, 2007 um 23:10:56:

Hallo in die Runde!

Die Süddeutsche Zeitung hat – wohl nicht ohne Absicht in zeitlicher Nähe zur Highend – im Feuilleton ihrer Ausgabe vom vergangenen Wochenende zwei Innenseiten unter der Überschrift „Überlegungen beim Hören konservierter Musik“ veröffentlicht. Daraus folgende Zitate:

„Wirkliches Hören, aufmerksames musikalisches Hören setzt ja Muße voraus, Stillstand, Ruhe. Man muß sich dafür zurückziehen, einfach sitzen und lauschen.“

Aus der gleichen Ausgabe ist unter der Artikelüberschrift „Hülle des Wohllautes“ zu entnehmen:

Ziel sollte das Bestreben sein, „den Musikern, ihrer Musik, ihrem Klang zur größtmöglichen Geltung zu verhelfen, ihnen Treue und Wahrhaftigkeit zukommen zu lassen. Wann kippt diese Balance? In dem Augenblick, in dem der Hörer beginnt ,sich selbst zum Interpreten der Musik zu machen und die Regie übernimmt. Dieser Übergang kündigt sich an, wenn die Kenntnis der technischen Eigenschaften der Musikanlage größere Bedeutung annehmen, als das Wissen um die Musik, die darauf abgespielt wird. Er setz sich fort, wenn auf jeder erreichbaren Musikanlage, im Auto wie zu Hause, die Regler für Tiefen und Höhen aufgedreht werden, um vermeintlich die sinnliche Wirkung der Musik zu verstärken Und er ist vollbracht, subjektiv und individuell geworden, wenn die reproduzierte Musik ihre Gegenständlichkeit verliert und nur noch als undingliche, abstrakte Datenmenge zur Verfügung steht, die jederzeit und überall abgerufen werden kann.“

Abendliche Grüße
Michael




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