Abgeschickt von Lutz am 20 Juli, 2003 um 17:45:52:
...Wirkungsgrad!
Hallo,
was bereits oft diskutiert wurde,ich aber immer noch nicht richtig verstehe, ist die Geschichte mit dem Wirkungsgrad von Boxen.
Auslöser war die nächste Horprobe mit der Sonus Faber Cremona, die ebenfalls in der engsten Wahl steht. Doch das Hörerlebnis gab mir Fragen auf! Zu diesen dann weiter unten...
Da der SF-Händler hier kein Octave führt (führen darf;-), hat er zur Probe die Cremona an einen Lua 6060Diva und einen CD-Spieler Cantilena angeschlossen. Anfangs war das ganze Klangbild sehr dunkel und vielleicht auch ein bisserl dumpf. Die Kabel waren dabei schon teils auf der helleren Seite, nach dem Austausch des Netzkabels dann wirklich brilliant. Der Klang war ausgesprochen warm, bei leiser Musik erstaunlich komplett, mit Charme und Zurückhaltung. Klassik klang wirklich herzerwärmend und Jazz auch sehr anständig. Doch wo war die Präzision, die ich bei dem V40 in Zusammenarbeit mit der Contour 5.4 so lobte? Die Luftigkeit und der Detailreichtum, die tonale Wahrheit der Mitte...? Einfach insgesamt wunderschön, aber eben nicht wirklich audiophil, oder? Doch das ist sicher Geschmackssache (zumal die Kombination der B&W Nautilus 803 und der Contour S3.5 deutlich überlegen war).
Dann wollte ich mit der Virgo vor Ort nochmal gegentesten. Anfangs klar feinzeichnender und besser abbildend, aber eben auch ohne den Tiefgang etwas unkomplett. Also irgendwo zwischen der Favoritenkombo V40/S5.4 und dem Rest.
Daher nun meine Fragen:
Ich weiß, daß Sie aus verständlichen Gründen keine Empfehlungen abgeben oder andere Hersteller "bewerten", daher ein paar Fragen zur Abstimmung, Harmonie und zum Wirkungsgrad von Lautsprechern an Röhrenamps:
1. Vergleich Lua 6060 Diva und V40: Sind diese Verstärker vom Klangbild recht ähnlich, da sie ja beide auf Röhrenbasis mit ähnlicher Leistung spielen? Oder lag die (mir zu) warme Darbietung am Lua und dessen CD-Gefährten... also warm spielende Röhren? Für Fans sicher sehr schön, wie gesagt frage ich nicht nach einer Wertung, sondern objektiven Philosophie. Der V40 kam mir etwas "nüchterner" rüber, was sicher dem Detailreichtum und der Ausgewogenheit guttut (so wars zumindest bei der S5.4).
2. Wirkungsgrad:
Oft liest man die Audio-Kennzahlen, hört von Wirkungsgraden etc. In einem Testbericht stand, daß die Cremona mit 90 db/(Wm) einen sehr guten Wirkungsgrad besitzt. Neigen Boxen mit hohem Wirkungsgrad insbesondere an Röhren zum "Überspielen" sprich zum Überbetonen von Bass- oder Grundton? Vielleicht bekommt man mit niedrigen Wirkungsgraden mehr Detailreichtum?
Die Dynaudio ist ab Werk mit 89 und bei Image Hifi mit 87 Wirkungsgrädern angegeben. Also etwas darunter. Welche Rolle spielt hier ein Verstärker? Wer diktiert hier wem den Klang auf? Nach meinem Empfinden kommt der Strom ja vom Verstärker also denke ich, daß die Cremona/V40-Kombi vielleicht gaaaanz anders aufspielt als die gehörte???
Sie sagten, der V40 ist mit fast jeder Box zu nutzen, also unkritisch. Daher meine Frage, ob der Wirkungsgrad einer Box aber dann doch den Klang in seiner Tonalität beeinflussen kann oder ob nur einfach irgendwann mal die Power aus ist (was ja keine Schande ist; ich verstehe highendigen Lärm neh nicht ganz).
Ist gerade bei kleinen Amplituden die Röhre im Vorteil?
3. Das mitgelieferte Netzkabel des V40... hat es ebenfalls bestimmte Eigenschaften und lohnt auch hier ein Upgrade oder ein Vergleich mit anderen Kabeln oder macht die interne Blackbox eh mit dem Strom, was Octave will und nicht mein Vermieter?
So, viel Text...sorry, würde mich über ein paar Antworten wirklich sehr freuen und bleibe in Bewunderung Ihrer Produkte,
viele Grüße,
Lutz.