Es bleibt: SV6550C ist No.1


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Abgeschickt von Nicki am 07 Dezember, 2007 um 13:25:45

Ich hatte vor längerer Zeit versprochen, dass ich mich hinsichtlich der Röhren-Endstufenbestückung nochmals auslassen würde.

Gerätschaft:
Octave V70 (EH KT88) + "normaler" ext. BB an B&W 804S

Problem:
Nach ca. 3/4 Jahre Spielzeit zeitweise runder Bass.


Ich hatte es schon an anderer Stelle erwähnt. Die mit dem V70 gelieferten EH KT88 sind meiner Meinung nach sehr gute Röhren. Schöner Grundtonbereich/Mitten, ausgewogene Höhen, niemals nervig, und ein sattes Bassfundament. Jedoch, wie oben erwähnt, nach längerer
Spielzeit im Tieftonbereich minimal überzogen.

Ziel:

Mittels einer anderen Endstufenbestückung (Röhren) dem Problem postiv entgegenwirken, will heißen, den Bass ein wenig mehr Straffheit zu verleihen, ohne die positiven Eigenschaften der EH KT88 zu gefährden.

Erster Test:

Bestückung mit EH 6550 aus gleichem Hause. Die Unterschiede sind marginal. Ein Hauch mehr Transparenz in den Mitten. (vielleicht nur Auto-Suggestion) Der Bass "fühlt" sich um Nuancen schlanker an wobei objektiv sich ein eindeutiger Unterschied zur KT88 nicht wirklich detektieren läßt. Die EH 6550 kann den gewünschten Effekt nicht liefern.

Zweiter Test:

Bestückung mit Sovtek 6550 WE. Obwohl die Sovtek-Röhren wohl im gleichen Moskauer Werk produziert
werden aus dem auch die Electro Harmonix stammen, gibt es hier einen erheblichen Unterschied. Die Sovtek wußte überhaupt nicht zu gefallen. Es war wie Tag und Nacht; hier eben Nacht! Mattes und verhangenes Klangbild. Hier ist der allzu oft bemühte Begriff
'Vorhang', den ich nicht sonderlich mag, jedoch zutreffend. Es hat den Anschein, als hänge eine Doppellage Tüll vor den Chassis; anders kann ich es nicht bezeichnen. Alles wird in Mitleidenschaft gezogen: Höhen, Mitten und Bass. Meiner Erfahrung nach absolut nicht zu empfehlen. Zu dem wirkt der Bass zeitweise überdimensioniert und sehr unpräzise. Vielleicht haben die Sovtek 6550 WE Berechtigung in einen Instrumenten-Amp eines Bassisten,im V70 war es eine Katastrophe.

Dritter Test:

Bestückung mit SED 6550 =C= - ...was soll ich sagen... da war er wieder, dieser Moment des Frapiertseins,
der sofort mit einem zufriedenen Grinsen quittiert wird. Der Unterschied ist phänomenal. Hier ist alles
besser. Höhen und Mitten wirken heller, frischer ohne jedoch nervig zu sein. Das geht einher mit einem Mehr an Dynamik und Transparenz. Auch die Durchhörbarkeit ist eine ganz andere. Es werden Geräusche vom Tonträger wiedergegeben, die zuvor einfach nicht zu hören waren.(Zischeln beim Gesang) Der Bass ist ein wenig schlanker und wirkt somit straffer. Auf jeden Fall ist er präziser.

Kurzum: Wie schon im V40, so ist für mich persönlich die Bestückung mit den SV6550C die weitaus beste
und klanglich schönste Alternative zur Wiedergabe von Musik. Ich mag sie auch lieber als die EHs. Ich bitte jedoch peinlichst darauf zu achten, dass sich oben aufgeführte Erfahrungen auschließlich auf mein persönliches Empfinden beziehen. Und das mit meiner Anlage in meinem Raum. Ich könnte mir sehrwohl vorstellen, dass die EHs gerade an anderen
Lautsprechen ihre Vörzüge ausspielen. Gerade an etwas schlanker abgestimmten Schallwandlern. Die Sovteks jedoch haben mich richtig enttäuscht. Das hatte mit Musikwiedergabe nicht viel zu tun.

Zum Schluß:

Es gibt für technisch versierte Menschen bestimmt einfachere und kostengünstigere Mittel das Klangbild
ihrer Verstärker zu beinflussen. Auch kann ich nicht wissen, welche Philosophie und Abstimmung Herr Hofmann verfolgt(e), als/wenn er Schaltung und Materialwahl (AÜs etc.) für seine Verstärker bestimmt(e). Jedoch ist für mich klar, dass V40/V70 mitunter sehr ausgeprägt darauf reagieren, welche Kolben auf ihnen sitzen. Oft liest/hört man, dass Innenwiderstände, Kennlinien und Leistungswerte der jeweiligen Röhren-Schwestern dicht beisammen liegen und keine allzu
großen Unterschiede hervorbringen können. Ich habe im Falle Octave andere Erfahrungen machen können.

Viele Grüsse
Nicki





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