Re: Eine Frage der Kraft. V40 oder Accuphase E 407? Eine wundersame Hörerfahrung.


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Abgeschickt von Alex M-H am 19 Dezember, 2004 um 14:10:52

Antwort auf: Eine Frage der Kraft. V40 oder Accuphase E 407? Eine wundersame Hörerfahrung. von Sebstian Schneider am 16 Dezember, 2004 um 13:38:59:

Lieber Sebastian,

welch wunderbare Geschichte. Meine Augen klebten am Monitor aus mehreren Gründen:
- ich selbst hatte, nachdem zuerst meine Cremona im Haus waren, sehr, sehr viele Wochen sehr, sehr viele Transistor-Verstärker probegehört, darunter auch diverse Accuphase und so mindestens drei Händler im Rhein-Main-Gebiet an den Rand des Wahnsinns getrieben
- zur Röhre bin ich nur per Zufall gekommen

Ich habe die 2-er-Reihe, die 3-er Reihe und die 4-er Reihe von Accuphase gehört und war mit der 2er schon sehr zufrieden. Gestartet bin ich mit der Suche nach einem besseren Verstärker von einem Marantz PM 17. Ein toller, kleiner Kerl, aber die Accuphase sind wahrlich weiter.
Meine Odysee mit Lautsprecher-Vergleichtests in den eigenen vier Wänden werde ich hier nicht zusammenfassen, wir sind ja in einem Verstärker-Forum.
Ich hatte an den Cromonas noch einen Krell 400 iL (oder so) gehört, den hauseigenen SF Verstärker, einen deutschen AMT / AML / MAT oder so (für relativ wenig Geld), einen Burmester soundso und noch viele andere.

Bei KEINEM ist die Musik eingerastst, Dein Freund hatte hierfür eine ähnliche, witzige Formulierung gefunden. Nur ein Rotel 1070 hatte ich bei Transistoren noch als positiv in Erinnerung.

Mein unglücklichen Blick konnte mein Berater des Hifistudios nicht mehr ertragen und gab mir, wohl wissend, dass ich dafür das Budget nicht hatte, einen T+A V10 mit nach Hause. Optisch war dieses Ding aus einer anderen Welt, aber klanglich erst! Das war es, so muss Musik klingen. Nie wieder habe ich Stimmen an den Cremonas so gehört wie mit dieser Röhre. Feuchte Augen.
Jedoch: der Hörer muss exakt im akkustischen Vertiakl-Lot sitzen, schon 20 cm den Kopf nach links odert rechts und die Stimme, strahlend und lebending vor einem, ultra-exakte Konturen, fällt zwischen den Boxen zusammen und ist nur noch Teil zwischen anderen Tönen. Überdies hatte der T+A im unteren Grundton-Bereich, irgendwo zwischen Mittel- und Tieftönern, ein Problem der "kompletten" und "runden", vielleicht "richtigen" Darstellung. Fast wie die vielen anderen Transistoren auch.
Aber auch diese Geschichte hat eine Happy-End.

Von diesem Eindruck beeindruckt, habe ich alle Transistoren wieder an die Händler zurückverteilt und mich, da ich so viel gutes über den Symphonic Line RG 14 gelesen habe, die letzte Chance einem Trans.-Verstärker gebend, bevor ich noch viele weitere Monate für die V10 Röhre sparend dahinvegitieren würde, zu einem neuen Händelr aufgemacht, da die anderen ja schon verbrannte Erde waren (stimmt zwar nicht, passt aber dramaturgisch and dieser Stelle besser).

Der unterstrich die guten Eigenschaften dieses Verstärkers, hörte sich aber auch meine Kurzversion mit der Röhre an (die mittlerweile auch wieder mangels Penunzia vom Händler abgeholt wurde), lächelte und sagte, nimm den V70 mit nach Hause. Auf den V10 angesprochen, der im Gegensatz zum V70 im Fenster stand (das kann man ihm ja auch nicht verübeln) sagte er, dass der Octave locker mithält und eben Musik anders interpretieren würde, wie T+A. Der V70 war Ausstellungsstück und schon wunderbar eingespielt.

Und diesen Moment werde ich wie den der Fühererscheinübergabe mit 18 nicht vergessen und er war just perfect.
Musik voillständig eingerastet, leuchtende und doch ehrliche Farben, ohne Schminke aufzutragen, Streicher wurden zu akkustischen Drogen (daran sind aber sicherlich mehr die Cremonas schuld), symphonische Orchester groß und detailliert, E-Gitarren rockten richtig fetzig und nicht nur laut wie mit Transistoren und die Stimmen erst.... gerade Frauenstimmen sind in der Kombination Cremona/V70 die Offenbarung. ZUdem macht er eins, zwei Disziplinen nicht ganz so gut wie der V10, dafür die vielen anderen aber mindestens genauso gut, er spielt einfach universeller und in der Summe einfach besser.

Zur Voillständigkeit: meine Kette w.o. beschrieben, dazu einen Sony X559ES, LS-Kabel B+W CDC 8, Kimber PBJ Cinch. Der V70 steht auf Blootevogel (das war eine gute Idee) und der CDP seit dieser Woche auf einem mit Sand befülltem und geerdeten Absorberchassis (das war seit langem die beste Idee mit dem größten Überraschungseffekt!). Mein Hang zur Röhre ging soweit, dass ich mir auch den Phono Pre mit Röhrenbestückung zulegte und sich somit eine gute Idee an die nächste reihte.

Well, well...

So hatten der V70 und ich uns kennengelernt und Sebatsians Geschichte mich an meine erinnert.

Gruß,

Alex


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