Abgeschickt von Andreas Hofmann am 16 April, 2012 um 22:14:06:
Antwort auf: Radioempfang bei Plattenspielerbetrieb von Martin Hilzendegen am 09 April, 2012 um 15:15:40:
Hallo Octavianer,
soweit ich das sehe steht zum Thema Radioempfang im Analog Forum nichts verwertbares.
Also, Radio ( in der Regel Mittelwelle ) kommt bei MM und MC Eingängen vor. Und zwar einfach deshalb da deren Eingangsstufen ähnliche Eingangsimpedanzen und Empfindlichkeiten wie ein Mittelwellen Tuner haben ( 300 µV bei ca. 100 - 500 Ohm Eingangsimpedanz ). Da eine analoge Kette weiterhin nicht hochfrequenzdicht abgeschirmt ist (zumindest der Tonabnehmer ist immer weitgehend offen ) kann es je nach Situatiuon zur beschriebenen Einstreuung kommen. Das Radiosignal wird zwar in den Verstärkern nicht richtig verarbeitet, aber es entstehen halt sozusagen Signalprodukte die als Radioempfang mit Stimmen usw. hörbar werden. Ähnlich wie der Effekt wenn ein Handy in die Nähe des Verstärkers / Kabel gehalten wird.
Oft wird des HF Signal in Verbindung mit der Masseführung der Anlage eingefangen. Jedes Kabel wirkt ja wie eine Antenne. Somit wäre hier der erste Weg alle Masseverbindungen ( inclusive der Schutzleiter - Erdverbindungen ) zu überprüfen.
Doppelerdung, auch wenn sie kein Brumm erzeugen, sind ungünstig.
Möglicherweise hilft es aber zusätzliche Masseverbindungen vom Tonarm zum Phonopre und zum Vollverstärker zu legen. Um ein Störsignal sozusagen an den Eingangsstufen vorbeizuführen. Eigentlich wäre das eine Sache für den Händler, sofern er über tiefergehende Kenntnisse über dieses Thema hat. In der Regel ist Radioempfang ein Problem des Phonoverstärkers, hier könnte auch an der Eingangsimpedanz - Kapazität etwas geändert werden. Das Endgerät ( hier der V 70 ) hat normalerweise keinen Einfluss auf dieses Phänomen, ausser es gibt Verkopplungen mit dem Erdleiter des Verstärkers, aber geerdete Vollverstärker sind eigentlich kein Problem. Weiterhin gilt das obengenannte für die Erd - Masseverbindungen.
In dem Zusammenhang sollten auch die Netzleisten überprüft werden, vielleicht hängt die ganze Anlage in der Luft und hat überhaupt keine brauchbare Eerdverbindung. Da der Radioempfang in verschiedenen Konstellationen auftritt liegt der Schluss nahe dass ein grundsätzlicher Fehler vorliegt.
Und als letztes, für den Radioempfang ist es unerheblich ob eine Röhre Goldpins hat oder nicht, interessanter wären z. B. die Kabel, bzw. deren Abschirmung.
Viele Grüße
Andreas Hofmann