Abgeschickt von Andreas Hofmann am 06 Mai, 2003 um 21:26:39
Antwort auf: V40 mit B&W CDM 9NT von H. Scheit am 04 Mai, 2003 um 15:18:59:
Guten Tag Herr Scheit,
die AK Zahlen bei Audio sind als Versuch zu sehen die Anforderungen von Lautsprechern einerseits , und andererseits gewissermaßen die Potenz von Endstufen zu beschreiben. Hat ein Lautsprecher
z.B. eine maximale Belastbarkeit von 500 W für seinen maximalen Schalldruck so bekommt er eine hohe AK. Jetzt muss ja aber nicht jeder Besitzer eines solchen Lautsprechers dauernd mit 500 W hören, er wäre bald taub. Die AK sagt in diesem Fall auch nicht aus dass ein 500 W Verstärker nötig wäre, sondern stellt eine Grenze dar.
Ahnlich verhält es sich auch mit den Leistungsangaben der Lautsprecherhersteller.
Die Hersteller sind letztlich gezwungen eine Angabe zu machen. Wie laut sie hören ist in jedem Fall Ihre Sache, die Angabe von 50 - 200 W
heißt hier nur : der Lautsprecher hält eine unverzerrte Musikleistung von 200W aus ohne dabei Schaden zu nehmen. Es fehlt leider fast immer die Angabe der Messnorm, wie lange der Lautsprecher diese Leistung aushält ist also nicht bekannt.
Die Angabe der unteren Grenze von 50W ist daher überflüssig, diese Leistung hält der Lautsprecher in jedem Fall aus. Es ist auch nicht so zu verstehen dass ein Lautsprecher mindestens 50 W braucht bevor er einen Ton von sich gibt. Die Leistungsangaben haben also nur akademischen Charakter.
Die Kriterien bei Endstufen sind anders.
Die AK bei Endstufen ist umso höher je mehr Leistung die Endstufe hat. Sie sagt aber nichts über den Klang einer Endstufe aus.
Zuhause, und mit "normalen " Lautsprechern werden selbst bei sehr großen Lautstärken kaum mehr als 2 x 20 Durschnittsleistung benötigt. Dynamikspitzen können je nach Aufnahme schon bis an die Leistungsgrenze der Endstufe gehen. Transistorendstufen können bei Vollaussteuerung im Hochton leistungsstarke Verzerrungsanteile produzieren die den Hochtöner zerstören können.
Die wenigsten Transistorendstufen sind in der Lage ihre maximale Leistung auch im Hochton zu erbringen.
Als Ausweg aus diesem Verhalten werden dann übermäßig leistungsstarke Endstufen empfohlen, obwohl diese Leistung an sich nicht gebraucht wird.
Bei Röhrenendstufen und im speziellen bei unseren Endstufen ist das anders. Im Grenzbereich werden weniger hochfrequente Verzerrungsprodukte erzeugt. Die Endstufen sind übersteuerungsfester.
Bei übermäßiger Überlastung der Endstufe spricht im V 40 wie auch in den anderen Modellen die elektronische Sicherung an.
Es ist daher nahezu ausgeschlossen einen Lautsprecher zu beschädigen.
Diese Betrachtungen beziehen sich aber auf Grenzbereiche, in diesen Grenzbereich kommt man kaum.
Den V 40 würde ich mit Black Box empfehlen, sie kann natürlich auch nachgerüstet werden.
Wenn Ihnen die CDM 9NT klanglich zusagt, kann ich sie uneingeschränkt in Verbindung mit dem V 40 empfehlen. Wirkungsgrad und leistungsprofil macht sie zu einem geeigneten Lautsprecher für den V 40,
gerade für klassische Musik.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Hofmann