Abgeschickt von Andreas Hofmann am 05 Oktober, 2006 um 22:05:11:
Antwort auf: Re: Röhrentuning Vorstufenteil von Rainer Rosskopf am 23 September, 2006 um 10:16:30:
Hallo Rainer,
also die Röhrenbestückung ( RSD=EI und die 6189 W )sind doch richtig festgestellt. Fehlt nur noch die ECC 83 aud der Endstufenplatine, die ist aus China, also eine ex Ruby, nun z.B. TAD ECC 83 C.
Wobei RUBY und RSD und natürlich old HOGES alles nur Handelsbezeichnungen der Vertriebe sind. Die eigentlichen Hersteller sind ja grundsätzlich ebenfalls bekannt. Also um es kurz zu machen, die genannte Bestückung ist die übliche in fast allen V 50 eigesetzte Röhrenbestückung. Leider ist beim Bild des V 50 MKII eine Variante mit ECC 82 JJ dazwischengekommen, das hat aber klanglich in diesem Gerät nicht überzeugt, es wurde wieder EI eingesetzt. Kann auch ein Lieferengpass von EI der Grund gewesen sein, das kann ich jetzt nicht mehr sagen. Der Übergang von EL 34 Tesla / JJ am Anfang der V 50 Produktion auf die chinesische EL 34 hat in der tat was mit der Lebensdauer, bzw. der Produktionskonstanz zu tun. Aber wer will schon ein Gerät in dem im Laufe des ersten Jahres alle paar Monate eine EL 34 hopsgeht. Das hat nichts mit Pragmatismus zu tun.
Somit ist es für dich oder andere ein Leichtes den Urzustand wiederherzustellen. Ob das sinnvoll ist lassen wir mal dahingestellt. Es ist auf jeden Fall nicht sinnvoll für einen Laien ohne Messequipment mehrere 100 Euro für sogenannte New Old Stock oder sonstwie superselektierte Wunderröhren auszugeben, es sei denn er kann die Qualität/ Qualifikation dieses Röhrenhändlers wirklich einschätzen.
Ansonsten ist die Röhrenbestückung der OCTAVE Geräte allgemein nicht wirklich aus rein pragmatischen Erwägungen heraus entstanden,wenn ich so ein Pragmatiker wäre würde ich Transistorgeräte entwickeln. Die Bestückung folgt schon mehreren Kriterien, die Lebesdauer ist eine davon. Die klangliche eine andere, manche Leute meinen aber immer die Serienbestückung kann ja nichts taugen. Das ist natürlich Nonsens, die Preise für die diversen Röhrentypen liegen alle im gleiche Level, ausgesprochene Billigröhren gibt es nur als echte Auslauftype, wie die diversen russischen 6n..., 6C33 etc. Diese werden bekanntlich nicht mehr hergestellt und daher verschleudert. Derartige Röhren setzen wir aber nicht ein. Nebenbei bemerkt.
Ein nicht ganz unwesentlicher Punkt für die klangliche Stabilität älterer Geräte sind aber nicht nur die Röhren, diese könnenja erneuert werden. Es altern alle anderen Bauteile in allen Geräten ebenfalls. Wenn jemand ein rund 10 Jahre oder älteres Gerät wieder klanglich auf Vordermann bringen will müsse er ernsthaft über eine allgemeine Restauration nachdenken. Da wären als erstes die Elkos auszutauschen, Relais und Schalter sind in der Regel auch nicht mehr frisch. Das wären die wichtigsten Bauteile. Ob die alten ausgetrockneten Elkos in ebay als gute old stock Ware zu verkaufen wären wäre einen Versuch wert. Ich sehe aber von meinem ( klanglichem ) Standpunkt durchaus Ansätze hier mit neuen weiterentwickelten Elkos von BC oder Epcos.. noch einiges rauszuholen.
Ich will damit nur erläutern dass es teilweise durchaus Sinn machen kann neuere weiterentwickelte Teile einzusetzen.
Das sind aber recht teure , zeitaufwändige Maßnahmen, wir haben sowas bis jetzt nur bei Geräten mit mehr als 15 Jahren Alter gemacht, und da auch eher selten.
Ich hoffe somit sind die kleinen Unklarheiten bezüglich des Originalzustandes geklärt.
Über die Fernbedienung will ich jetzt keine Worte verlieren, aber das Problem mit der Verstärkung könnte auch als Zwischenlösung einfach angegangen werden. Einfach dadurch dass die ECC 83 auf der Endstufensektion durch eine ECC 82 ersetzt wird. Das könnte in Verbindung mit der Lowther funktionieren. Einen Versuch wäre es wert.
Viele Grüße
Andreas Hofmann