Abgeschickt von Rainer Rosskopf am 05 Oktober, 2006 um 15:35:43:
Antwort auf: Re: Röhrentuning Vorstufenteil von Nick am 04 Oktober, 2006 um 19:50:29:
Hallo Nick,
Klangbeschreibungen sind immer schwierig.
Ich probiers mal:
Der V50 hat mehr Punch (kein wunder bei 10 mal so viel Leistung), mehr Kontrolle (Pentoden in Push/Pull) und eine weitere Ausdehnung an den Frequenzenden.
Die SE-Triode gleicht all die objektiven Vorteile des V50 mit etwas Subjektiven aus, nämlich Musik (da war doch noch was). Das Band zwischen den Noten ist hier irgendwie fester geknüpft. Der Klang wirkt trotzdem ausgeglichen, da die Grenzfrequenzen nach oben und unten gleichmässig beschnitten sind. Hauptsache ist, dass der für das Ohr empfindliche Bereich der Mitten sauber dargestellt wird. Und der ist es für meine Ohren beim SET deutlich besser, als beim V50. Immer im Hinblick auf meine schon sehr speziellen Lautsprecher und einer Musikvorliebe, die nicht von Bumm und Zisch lebt.
Wie sehr sich das bei optimaler (originaler?) Röhrenbestückung des V50 verändert, kann ich nicht sagen.
Kurz off topic:
Bei nicht SET tauglichen LS ist klar, dass der Klang Schrott sein wird. Leblos und keinerlei Kontrolle. Da ist natürlich dann immer der Verstärker schuld, dessen Stellung meiner Meinung nach immer zu hoch in einer Kette bewertet wird (speziell Endstufen). Der limitierende Faktor ist IMMER der LS, da dieser immer noch um den Faktor 10 größere Fehler (Verzerrungen) macht, als ein mittelmässiger Röhrenverstärker. Ein elektrisches Signal um den Faktor 30 zu erhöhen ist eigentlich eine banale Aufgabe. Ein elektrisches Signal in ein akustisches zu wandeln ist ungleich schwerer.
Ende off topic.
Für mich habe ich das so gelöst:
Der V50 ist mein Sommerverstärker fürs schnelle Einschalten und dann eine Stunde poppiges, bluesiges und grosssymphonisches zu hören.
Die SET habe ich für Herbst und Winter für genussvolles Warmlaufenlassen und dann stundenlanges Entdecken von neuer Musik. Die gibt es auch bei schon gehörten Platten!
In einem anderen Forum (USA) habe ich mal was treffendes gelesen:
"Mit einer Push-Pull-Pentode weiß man, WIE die Musiker gespielt haben. Bei einer Single-Ended-Triode weiß man, WARUM die Musiker gespielt haben."
Hoffentlich konnte ich helfen.
Musikalische Grüße,
Rainer