seit gestern neuer Octave V40-Besitzer :-)


[ Antworten ] [ Ihre Antwort ] [ Forum www.octave.de ]

Abgeschickt von Jan J am 30 April, 2006 um 15:17:17:

Antwort auf: Re: ab morgen neuer Octave V40-Besitzer :-) von Nick am 29 April, 2006 um 09:23:24:

Hallo Nick & alle anderen Interessierten,

Seit gestern betreibe ich also meinen Octave V40. Mein erster Höreidnruck nachdem ich ihn mit ziemlicher Ehrfurcht (denn ich habe noch nie einen Röhrenamp besessen) aufgestellt und eine Weile vorgeglüht hatte war die Stimmwiedergabe. Unglaublich plastsich und lebendig, voller emotionaler Details und Farbschattierungen, aber nie auch nur ansatzweise unnatürlich oder gar "affektiert" übercoloriert, wie ich es von einigen Vintage-Röhrenverstärkern aus dem Bekanntenkreis kannte. Nach längerer Aufwärmphase schwebten bei einigen Aufnahmen die Stimmen beinahe plastisch greifbar im Raum, wie losgelöst von den Boxen, einen Effekt den ich weder vom Audionet SAM, noch von meinem alten Accuphase E-206 kannte.
Klare wohlakzentuierte Produktionen kamen auch klar und wohlakzentiert rüber (z.B. Paul Simon), garagige Rock'n'Roll-Produktionen wurden jedoch nicht, wie bei meinem Audionet AMP, brutal und teilweise bis ins Unanhörbare seziert, sondern die Instrumente spielten druckvoll zusammen. Natürlich hört man bei schlecht produzierten Aufnamhen eine schlechte Produktion heraus, und das soll ja nun auch so sein, aber diese Informationen drängen sich auf der Hörbühne gegenüber der Musik nie in den Vordergrund.
Und hier wäre auch wschon das Stichwort, das für mich eine der ganz großen Stärken des V40 ausmacht. Die Art und Weise wie er die Instrumente und Stimmen auf der Hörbühne zusammenführt, so wie ein guter Regisseur ein Bühnenensemble als ganzes zusammenführen muss.
Für mich ist das ein äussert wichtiger Aspekt, wichtiger als eine analytische Ausleuchtung der Hörbühne in den allerletzten Winkel (wie es zum Beispiel der Auidonet SAM V2.0 vorgemacht hat). Für mich und mein Hörverhalten fällt bei einer sehr analytischen Spielweise dabei die Einheit der Musik auseinander und aktives Musikhören wird zu einem anstregenden Zusammenfügen der einzelnen Hörelemente zu einem Gesamtbild. Ich denke, daß dieses weniger mit den Ohren als mit unterschiedlichen wahrnehmungspsychologischen Dispositionen unterschiedlicher Hörer zu tun hat (parallel zu diesem Beitrag versuche ich gerade, darüber einen Essay zu verfassen).
Gab es denn nun gar keine einzige Aufnahme, bei der der V40 gegenüber dem SAM schlechter abschnitt? Doch, das füge ich ehrlicherweise hinzu, gab es. Der Bass beim SAM klang viel starffer, klarer (das Mag allerdings auch an der KT-66 Bestückung liegen, hat jemand dazu eine Meinung?), selbst der Accuphase akzentierte den Bass klarer.
In Rufus Wainwrights "Matniee Idol", produiziert von Waronker/Parks im legendären LA-based Burbank Sound mit sehr präzise aufgenommener Percussion und komplexen Reverb-Layern konnte es der V40 nicht mit der Schnelligkeit und Differenzierung des SAM aufnehmen, dasselbe gilt zum Beispiel für "Rhapsody In Blue" eingespielt vom Cleveland Orchestra.
Aufgefangen, gerade bei klassichen Instrumenten, wurde das Fehlen dieser Schnelligkeit jedoch wiederum durch die sher plastiche Darstellung der Instrumente. ich hoffe, dass der folgende Satz nicht wie ein Abdriften is Esoterische klingt... Wenn ich ein Instrument live höre, höre ich nicht präzise isoliert einen Ton, sondern ein ganzes Spektrum von Tönen die mitschwingen. Diese Art der - für mich "natürlichen" - Wiedergabe habe ich bis jetzt noch auf keinem Verstärker in der Preisklasse, in der ich mich umgesehen hatte, so gut umgestetzt gehört.
Vinyl konnte ich leider (!!!!!) nich nicht hören, da ich meinen PreAmp zur Zeit noch nicht wieder habe. Alle Höreindrücke bezogen sich also auf NAD C 541i an B&W CDM-1. Ich denke aber bereits jetzt, ich werde an dem Amp jahrelang Freude haben und kann erst einmal große Teile meiner Plattensammlung völlig neuentdecken,pdenn ich habe das Gefühl in eine ganz neue Hörwelt katapulitiert worden zu sein gegenüber meinem alten Accuphase und dem kurzen für mich sehr unzufriedenstellenden SAM-Intermezzo.

Viele Grüße,
Jan

: Bitte schreib mal, wenn Dein neuer Amp am verstärken ist.
: Viel Spaß beim gemeinsamen Hobby

: Gruss Nick





Antworten:



Ihre Antwort

Name:
E-Mail:

Subject:

Text:

Optionale URL:
Link Titel:
Optionale Bild-URL:


[ Antworten ] [ Ihre Antwort ] [ Forum www.octave.de ]