Re: Ist Röhrenmatching sinnvoll bei Autobias?


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Abgeschickt von Andreas Hofmann am 07 April, 2005 um 21:29:08:

Antwort auf: Ist Röhrenmatching sinnvoll bei Autobias? von Ingo Schröder am 06 April, 2005 um 12:11:57:

Hallo Jürgen,

gematchte, also auf gleichen Verstärkungsfaktor selektierte Röhren machen schon Sinn. Wichtig ist in Gegentaktendstufen ein gleicher Verstärkungsfaktor der Endröhren. Logischerweise können Röhrenparameter erst nach dem Erreichen der Betriebstemperatur gemessen werden, daher ist Schnellmatching nonsens. Normalerweise dauert dies , wenn man es wirklich genau machen will, 5 -10 Minuten pro Röhre.
Normalerweise bleiben diese Parameter über längere Zeit (Jahre ) erhalten. Schlechte Qualität, aus welchen Gründen auch immer, kann im Laufe der Lebensdauer die Röhrenkennwerte verändern. Das kann vorkommen, je nach Gerät ist das Driften dann an der BIAS Messeinrichtung feststellbar. Beim V 50 wird zwar elektronisch nachgeregelt, aber die Symmetrie der beiden Endstufenröhren ist natürlich trotzdem nicht mehr gegeben. Diese Toleranzen sollten aber nicht überbewertet werden, Blindtests mit unselektierten Endröhren schnitten bei Testpersonen klanglich in der Regel genau so gut ab wie gut gematchte. Gutes Matching wirkt sich in erster Linie in den Messwerten und der maximalen Ausgangsleistung aus. Es ist nicht immer direkt hörbar.
Der klangliche Unterschied des Röhrentyps an sich ist entscheidender, z.B. die 6L6 klingt halt ganz sicher anders als eine EL 34 von EI oder eine EL 34 unbekannter Produktion aus Japan.
Echte Militär Röhren haben üblicherweise ein Metallgehäuse über dem Glaskoklben, aus naheliegenden Gründen. Die 6L6 gab es tatsächlich früher auch mit Metallhaube, diese Ausführung ist aber heute als Rarität anzusehen.
Sicherheitshalber sollten alte Endröhren mit entsprechenden Messgeräten immer auf ihre Kennwerte überprüft werden.
Im V 50 können an sich alle sockelkompatiblen Endröhren eingesetzt werden, da sich der richtige Ruhestrom dann durch die BIAS Elektronik einstellt, könnte der Benutzer durch Messen der Gitter 1 Spannung das Matchen, bzw. Überprüfen selbst vornehmen. Das ist natürlich nur etwas für den geübten Fachmann, es ist nur ein normales DC Voltmeter nötig.
Am besten ein Digital Messgerät mit Autorange, also automatischer Bereichswahl, nicht so ein billiges Aldi Ding.
Damit wären dann der Gang zum Röhrenmatcher überflüssig, die Messung ist eindeutig, mit ihr lassen sich auch Abweichungen durch Alterung etc. feststellen.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Hofmann




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