Abgeschickt von Berthold Zink am 26 Juli, 2003 um 13:27:19
Liebe Forums-Teilnehmer,
für einige von euch ist es vielleicht ein alter Hut, für andere wahrsccheinlich ein vollkommen neues Thema:
Welche Alternativen gibt es bei den ECC82 und ECC83 Röhren in den Octave-Verstärkern und beim V50 im besonderen?
Als Einstieg beschreibe ich einfach mal was ich bisher gemacht habe und wie meine Erfahrungen sind.
Die Ausgangssituation in meinem originalen V50 war:
>>in der Eingangsstufe
- eine Philips ECG ECC82 (ich glaube 6189W Militärspezifikation)
- eine unbekannte ECC82 mit geerdetem Aluminiumfolienschirm
>>in der Endstufe
- eine unbekannte ECC83 ohne Herstellerbeschriftung
- 3 ECC82 von EI
Basierend auf V50 MKII Photos in der Fachpresse würde ich sagen, dass die gleichen Treiberröhren auch im MKII verwendet werden.
Meine Kette besteht aus:
- V50 mit Blackbox und Svetlana KT88
- Audionet ART V2 CD
- HMS Sestetto MK2 Cinch (Bullet Plugs)
- K+T Duetta LS
- Monitor Black + White 1200 LS-Kabel
- alle Komponenten stehen auf String-entkoppelten Basen in sandgefülltem Rack
- Stromversorgung: Wattgate, Venhaus, Stein CD Filter
- Geplant habe ich einen V50 MKII Upgrade und Überprüfung der Lautsprecherkabel.
Im allgemeinen wird das Klangbild des V50 mit eher warm beschrieben. Das kann ich ihm auch in meiner Kette grundsätzlich bestätigen. Allerdings habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass der V50 sehr deutlich auf Aufstellung, Stromversorgung und Röhrenwechsel reagiert. Beispielsweise klingt er auf Spikes heller und analytischer. Netzkabel und Netzilter verändern auch viel und können je nach Modell in verschiedene Klangrichtungen führen.
Ich persönlich lege beim Klang Wert auf Natürlichkeit, Durchhörbarkeit und eine autentische Räumlichkeit. Ich mag kein "Verschmieren" oder "Schmelz um jeden Preis".
Zurück zu den V50-Treiberröhren.
Ich hatte die Gelegenheit eine Philips ECG ECC83 (Militärröhre aus dem Jahr 86) im V50 auszuprobieren. Dass man einen Unterschied hören könnte hatte ich erwartet, aber was ich hörte war für mich deutlich besser. Stimmen waren akzentuierter und deutlicher. Instrumente wurden besser durchgezeichnet.
Ich habe daraufhin alle Treiberröhren mit Philips ECG Modellen (aus frühen 80ern) ausgetauscht, wobei eine der originalen Eingangsröhren ja schon von Philips ECG war.
Ausserdem verwende ich auf allen Treiberröhren Tube-Damper aus Kupferfolie. Zumindest in meiner Umgebung war auch das deutlich hörbar in Richtung Ruhe und Natürlichkeit.
Alles in allem habe ich mit dieser Aktion für mein Hörempfinden einen Fortschritt erzielt, der mit dem Austausch von Cinch- bzw. Lautsprecherkabel vergleichbar ist.
Nun schreibe ich dieses Posting natürlich nicht ganz uneigennützig, sondern ich habe in anderen Postings in diesem Forum gelesen, dass sich auch andere V50 Besitzer mit dem Thema Treiberröhren beschäftigen.
Insbesondere würden mich Erfahrungen mit den "Superröhren" von Mullard und Telefunken interessieren. Welche Erfahrungen jeglicher Art habt ihr mit ECC82 und ECC83 gemacht?
Ich würde mich freuen von irgendjemanden etwas zu diesem Thema zu hören.
Berthold Zink